Okt 04

Änderung der Kassensysteme ab 01.01.2017 – Gefahren bei den nächsten Betriebsprüfungen, Kassen-Nachschau

Ab dem 1. Januar 2017 wurden die Vorgaben für  elektronische Kassensysteme deutlich verschärft. Ab 01.01.2017 müssen elektronische Kassensysteme alle steuerlich relevanten Einzeldaten vollständig, unveränderbar und unverdichtet speichern, wobei die digitalen Daten und die Strukturinformationen in einem maschinell auswertbaren Datenformat vorliegen müssen. Zudem müssen alle Protokolle über Programmierungen und Umprogrammierungen, sowie die Organisationsunterlagen der Kasse und eine Verfahrensdokumentation vorliegen.

Sollten diese Unterlagen nicht vollständig vorliegen, hat die Finanzverwaltung aufgrund aktueller Rechtsprechung der Gerichte eine Schätzungsbefugnis. Bei einer formal nicht ordnungsgemäßen Kassenführung können die Hinzuschätzungen im Rahmen von Kalkulationen oder auch die reinen Sicherheitszuschläge von bis zu 10 % auf die erklärten Umsätze u. U. zu erheblichen Steuernachforderungen führen.

Zum Thema Kassen-Nachschau ist anzumerken, dass in einigen Bundesländern Betrüger unterwegs sind.

Diese Betrüger verwenden folgende „Masche“:

Sie stellen sich den Steuerpflichtigen in deren Geschäftsräumen als Mitarbeiter der Finanzverwaltung vor. Dabei werden gefälschte Dienstausweise vorgelegt. Teilweise erfolgt auch die Vorlage einer natürlich ebenfalls gefälschten Prüfungsanordnung. Nach einem durchgeführten Kassensturz wird die Beschlagnahme des vorhandenen Bargelds erklärt und das Geld mitgenommen.

In Sachsen ist geregelt, dass sich die Prüfer zu Beginn einer Kassen-Nachschau vorstellen und ihren Dienstausweis vorlegen. Darüber hinaus ist dem Steuerpflichtigen der Vordruck „Durchführung einer Kassen-Nachschau (§ 146b Abgabenordnung – AO)“ zu übermitteln; mit diesem wird der Steuerpflichtige allgemein über die Regelung des § 146b AO informiert. Wir empfehlen, bei einer Kassen-Nachschau auf diesen vorgeschriebenen Ablauf genau zu achten und sich gegebenenfalls unverzüglich mit uns in Verbindung zu setzen.

Aus den ersten durchgeführten Kassennachschauen haben sich bereits einige erhebliche Beanstandungen zu den Kassen und den dazugehörigen Dokumenten ergeben. Hauptsächlich wurden folgende Feststellungen getroffen:

  • es fehlt die Verfahrensdokumentation,
  • die Schnittstelle zum Auslesen der Daten durch die Finanzverwaltung ist nicht programmiert,
  • bei Updates per Onlinezugriff stehen die entsprechenden Protokolle nicht zur Verfügung,
  • bei Bildung einer Zwischensumme (hier X-Bon) wurde der Kassenbestand verdoppelt.

Gerne sind wir Ihnen diesbezüglich behilflich. Bitte sprechen Sie uns an.