Jan 11

Aktuelles zur Lohn- und Gehaltsabrechnung

Mindestlohn:

Der Mindestlohn wurde ab dem 1. Januar 2017 auf € 8,84 je Zeitstunde angehoben. Branchenspezifische Besonderheiten sind zu beachten.

Das verstetigte Gehalt eines Vollzeitbeschäftigten sollte mindestens € 1.533,00 betragen. Zudem dürfen geringfügig Beschäftigte mit einem Aushilfslohn in Höhe von € 450,00 nunmehr maximal 50,9 Stunden tätig werden.

Eine eventuelle Stunden- bzw. Gehaltsanpassung ist zu prüfen und die jeweilige Änderung in einem Nachtrag zum Arbeitsvertrag festzuhalten.

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und an Feiertagen:

Es gilt grundsätzlich das Lohnausfallprinzip. Der Arbeitnehmer ist demnach so zu vergüten, als hätte er gearbeitet. Dies ist einer der Schwerpunkte der derzeitigen Sozialversicherungsprüfungen.

In die Entgeltfortzahlung sind der Monats- bzw. Stundenlohn, Provisionen, die ohne den Arbeitsausfall erzielt worden wären, sowie Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit einzubeziehen. Verpflegungsmehraufwendungen, Fahrtkosten- und Essenszuschüsse sind hingegen nicht zu berücksichtigen. Überstundenvergütungen sind lediglich zu bezahlen, sofern diese am Feiertag üblicherweise anfallen würden.

Die vorgenannten Vergütungsbestandteile stellen im Rahmen der Entgeltfortzahlung grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn dar.

Urlaubsentgelt:

Urlaubsentgelt ist das während des Urlaubs fortgezahlte Entgelt. Dieses bemisst sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen vor Beginn des Urlaubs. Hierzu gehören der Grundlohn, Provisionen, Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit, Erschwerniszuschläge und Sachbezüge. Nicht einzubeziehen sind einmalige Zuwendungen, Überstunden und Reisekosten.

Gesetzliche Unfallversicherung:

Ab dem 1. Januar 2017 wird das bisherige Entgeltnachweisverfahren schrittweise durch ein neues Meldeverfahren zur Unfallversicherung ersetzt. Die Entgeltnachweise für die Beitragsjahre 2016 und 2017 sind daher in der bisherigen Form (per Post oder über den Onlineservice) und nach dem neuen Meldeverfahren über das Lohnabrechnungsprogramm abzugeben. Ab dem Beitragsjahr 2018 ist die Abgabe des Entgeltnachweises nur noch über das neue Meldeverfahren möglich.

Hierzu hat die zuständige Berufsgenossenschaft im Monat November und Dezember 2016 entsprechende Mitteilungen versandt. Diese enthalten außerdem einen PIN, der für das neue Meldeverfahren über das Lohnabrechnungsprogramm benötigt wird.

Befristung von Arbeitsverträgen:

Ein weiteres derzeit diskutiertes Thema ist die mehrmalige Befristung von Arbeitsverhältnissen. Auch in diesem Zusammenhang kann die Sozialversicherungsprüfung den sogenannten Phantomlohn, der einem Arbeitnehmer arbeitsrechtlich zugestanden hätte, da die mehrmalige Befristung zu einem unbefristeten Arbeitsverhältnis führt, der Sozialversicherungspflicht unterwerfen. Dies betrifft vor allem Beschäftigungszeiten zwischen dem Ende des Arbeitsverhältnisses und der Zeit einer eigentlich geltenden ordentlichen Kündigungsfrist.

Hinsichtlich der Befristung von Arbeitsverträgen empfehlen wir die Einholung juristischen Rats, um dieses Risiko zu vermeiden.