Jan 10

Die Kassennachschau kommt! – Einführung ab 2018

Zu den bereits vorhandenen Instrumenten der Steuerkontrolle in Unternehmen wird als neues Instrument eine Kassennachschau ab 01.01.2018 gesetzlich eingeführt. Die Kassennachschau soll als eigenständiges Verfahren speziell zum Zwecke der Überprüfung von Aufzeichnungen mittels Registrierkassen eingesetzt werden.

Zentrales Merkmal der Kassennachschau ist, dass ein Prüfer völlig unangekündigt im Unternehmen für eine Prüfung vorstellig werden kann. Der Anwendungsbereich der Kassennachschau erfasst neben elektronischen Kassensystemen auch die offene Ladenkasse. Laut Gesetz darf der Prüfer während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten auf Geschäftsgrundstücken oder in den Geschäftsräumen seine Prüfung durchführen.

Gegenstand der Prüfung sind grundsätzlich alle Aufzeichnungen, Bücher sowie die Kasse selbst. Bei einem elektronischen Kassensystem mit Aufzeichnungen in digitaler Form darf der Prüfer diese einsehen, eine Übermittlung in digitaler Form anfordern oder die Daten auf einem maschinell auswertbaren Datenträger verlangen. Ebenfalls vorzulegen sind die Organisationsunterlagen zum Kassensystem (z. B. Bedienungs- oder Programmieranleitungen), um den Prüfer eine eingehende Systemprüfung zu ermöglichen.

Bei Verwendung einer offenen Ladenkasse kann der Prüfer einen Kassensturz verlangen und sich die Aufzeichnungen der Vortage vorlegen lassen.

Fallen dem Prüfer bei der Kassennachschau Unregelmäßigkeiten auf, dann kann er sofort, ohne gesonderte Prüfungsanordnung und ohne Fristsetzung, zu einer regulären Betriebsprüfung übergehen.

Für den Fall einer unangekündigten Kassennachschau sollten im Unternehmen rechtzeitig Vorbereitungen getroffen werden, wie z. B.

–          Bereithalten der Aufzeichnungen, Bücher sowie die für die Kassenführung erheblichen sonstigen Organisationsunterlagen

–          Bereitstellung der Aufzeichnungen und Bücher in elektronischer Form

–          Gewährleistung der Übermittlung der Daten über die einheitlich digitale Schnittstelle

–          Festlegung von Auskunftspersonen