Mai 01

Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags vereinfacht

Seit Jahresbeginn gelten neue Regelungen zu den Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g EStG. Durch die Gesetzesänderung des § 7g EStG wurde die Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen erheblich erleichtert. Durch den Wegfall der Wirtschaftsgut-bezogenheit der Abzugsbeträge können kleine und mittlere Betriebe flexibler in bewegliches Betriebsvermögen investieren.

Ab 2016 gelten bei den Regelungen zu den Investitionsabzugsbeträgen zwei wesentliche Neuerungen:

 

Investitionsabzugsbeträge ohne Funktionsbenennung

Der Steuerpflichtige kann nunmehr ohne weitere Angaben Investitionsabzugsbeträge für begünstigte künftige Investitionen bis zum Höchstbetrag von unverändert € 200.000,00 gewinnmindernd abziehen. Eine tatsächliche Investitionsabsicht wird nicht mehr vorausgesetzt.

Der bedingungslose Abzug ermöglicht eine uneingeschränkte Flexibilisierung bei der Investitionsplanung. Der Steuerpflichtige braucht sich nicht auf eine konkrete Investition festzulegen. Ausreichend ist es, wenn er in den nächsten drei Jahren ein bewegliches Anlagegut anschaffen oder herstellen will. Allerdings sollten Investitionsabzugsbeträge nicht ohne begründete Planung geltend gemacht werden: Stehen den Abzugsbeträgen keine begünstigten Investitionen gegenüber, ist der gewährte steuerliche Vorteil vollumfänglich rückgängig zu machen und eine Verzinsung der Steuernachforderungen nach § 233a Absatz 1 AO durchzuführen.

Die Neuregelung gilt uneingeschränkt auch bei Betriebsneugründungen. Besonders in Jahren vor Abschluss einer Betriebseröffnung und in den ersten Jahren des Betriebs besteht erhöhter Investitionsbedarf, sodass in diesen Fällen dem Investitionsförderungsgedanken des § 7g EStG besondere Bedeutung zukommt. Die bislang erforderliche besondere Prüfung und Glaubhaftmachung der Investitionsabsicht ist entfallen. Aber auch hier ist zu beachten, dass ausbleibende Investitionen zu einer Rückgängigmachung von Abzugsbeträgen und zu einer Verzinsung der entsprechenden Steuernachforderungen führen.

 

Elektronische Übermittlung der Investitionsabzugsbeträge

Bislang waren die Investitionsabzugsbeträge in den beim Finanzamt einzureichenden Unterlagen zu erläutern. Diese Dokumentationspflicht ist entfallen und wird durch eine Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung der notwendigen Angaben ersetzt. Damit wird auch bei den Investitionsabzugsbeträgen der Übergang vom papierbasierten Verfahren zur elektronischen Übermittlung vollzogen.

Die bedingungslose Option zur Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen erfordert eine durchgängige Überprüfung der Steuervergünstigung. Daher sind ab 2016 die Abzugsbeträge, Hinzurechnungen und Rückgängigmachungen „nach amtlich vorgeschriebenen Datensätzen durch Datenfernübertragung“ zu übermitteln (§ 7g Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 Satz 1 EStG). Die elektronische Übertragung ist eine zwingende Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen. Auf Antrag des Steuerpflichtigen kann auf eine elektronische Übermittlung verzichtet werden. Voraussetzung ist das Vorliegen eines sogenannten Härtefalls. Wird dem Antrag stattgegeben, sind die Angaben zu § 7g EStG wie bisher in den beim Finanzamt einzureichenden Unterlagen zu erläutern. Die Daten sind dann von den Finanzämtern manuell zu erfassen und der elektronischen Überwachung zuzuführen.

Quelle: Bundesministerium der Finanzen